Beschreibung
Im Paris des Jahres 1857 erschien ein Werk, das die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits auf bis dahin ungesehene Weise neu steckte: Das Buch der Geister von Allan Kardec, bis heute ein bedeutendes Grundlagenwerk. Anstatt auf Spekulation zu bauen, lässt es hohe Geistwesen und geistige Führer direkt zu Wort kommen – jene Führer, von denen auch die Nahtoderfahrungen in Botschaft an die Menschheit berichten.
Um Täuschung oder Wunschdenken auszuschließen, entwickelte Kardec ein einzigartiges Verfahren: Er sandte präzise Fragenkataloge an Dutzende voneinander unabhängige Medien weltweit. Nur wenn deren Antworten trotz geografischer Distanz und ohne jeden Austausch übereinstimmten, nahm er sie auf – eine akribische Kreuzvalidierung, aus der ein bemerkenswert konsistentes System entstand. Das Werk begründete eine Bewegung, die bis heute – besonders in Teilen Südamerikas – Millionen Anhänger zählt.
Erstaunlich: Die Kernaussagen decken sich auch hier frappierend sowohl mit den Schriften Franz Bardons als auch mit den Berichten heutiger Nahtoderfahrungen (“Botschaft an die Menschheit”) – wodurch ein faszinierendes Dreieck gegenseitiger Validität entsteht.
Das “Buch der Geister” umfasst insgesamt 1.019 fortlaufend nummerierte Fragen über alle Aspekte des menschlichen Lebens. So entsteht eine Kosmologie, die den Sinn des Lebens erschließt und Belehrungen der Geistführer zu allen möglichen Lebensbereichen liefert.
In dieser Ausgabe sind alle vier Bücher übersichtlich auf zwei Bände verteilt – für ein strukturiertes, vertieftes Studium dieses Klassikers.
Die Themen des zweiten Bandes:
Im ersten Teil:
Über das göttliche Gesetz und das Gewissen, die Natur von Gut und Böse, Nächstenliebe, die Verpflichtung zur Selbsterkenntnis, das Gebet und seine Wirkungsweise, das Naturgesetz der Arbeit, Fortpflanzung und Sexualität, Polyamorie und Monogamie, das Grundrecht auf Genuss irdischer Güter, die Unterscheidung zwischen dem Notwendigen und Überflüssigen, den Sinn freiwilliger Entsagung und Askese, den Zweck von Naturkatastrophen und Landplagen zur Beschleunigung des Fortschritts, die ethische Verwerfung von Krieg, Mord, Grausamkeit und Duell, Isolation und Eremitentum, Familienbande, die Sinnhaftigkeit sozialer Ungleichheit und ungleicher Talentverteilung, die ethischen Prüfungen durch Armut und Reichtum, die verhängnisvolle Illusion einer erzwungenen materiellen Gleichheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau vor dem Naturgesetz, die freie Willensbestimmung des Menschen, das Zusammenspiel von freiem Willen und Vorbestimmung, die Kriterien sittlicher Vervollkommnung und den Sieg der Tugend über die Selbstsucht, den unterschiedlichen Grad der Schuld bei Reichtum und Geiz, den Neid im Dienste des Guten, die Selbsterkenntnis und die Natur der Leidenschaften, die Überwindung der Selbstsucht als Wurzel alles Bösen, die Kennzeichen des rechtschaffenen Menschen, das Wesen des irdischen Glücks uva.
Im zweiten Teil:
Über den Verlust Geliebter und den Trost durch die geistige Welt, den Umgang mit Enttäuschungen und Undankbarkeit, die Todesfurcht, das Problem des Selbstmords, die Unausweichlichkeit der karmischen Prüfung uva.
Hinter dem Namen Allan Kardec verbirgt sich der französische Pädagoge Hippolyte Léon Denizard Rivail, ein Schüler des berühmten Erziehungsreformers Johann Heinrich Pestalozzi. Rivail war kein Schwärmer, sondern ein Mann der Wissenschaft, geschult in Logik, Systematik und nüchterner Beobachtung. Genau diese Herangehensweise machte ihn zur idealen Figur für das, was Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Salons Europas geisterte: das Phänomen der "tanzenden Tische", das sogenannte Tischrücken, das damals halb Paris in Atem hielt.Allan Kardec
Was für viele Zeitgenossen bloße Unterhaltung war, wurde für Rivail zum Gegenstand ernsthafter Untersuchung. Ab 1855 begann er, mediale Sitzungen systematisch zu besuchen, Fragen vorzubereiten und die Antworten sorgfältig zu protokollieren. Aus dem Beobachter wurde ein Forscher – und aus dem Forscher schließlich ein Verfasser, der der Nachwelt ein völlig neues, faszinierendes und bis heute rätselhaftes Werk hinterlassen sollte.
(Links: Mit Hilfe von KI exakt restaurierte Portrait-Photographie von Allan Kardec. Das Original wurde erstellt im Jahre 1870)
Auflistung sämtlicher Fragen aus Band 2
Drittes Buch: Die moralischen Gesetze
Das göttliche oder das natürliche Gesetz
- Was hat man unter dem natürlichen Gesetz zu verstehen?
- Ist das Gesetz Gottes ewig?
- Konnte Gott den Menschen zu einer Zeit etwas gebieten, was er ihnen zu einer anderen verboten hätte?
- Welche Bereiche umfassen die göttlichen Gesetze? Betreffen sie auch andere Dinge als das moralische Verhalten?
- Ist es dem Menschen gegeben, die einen wie die anderen zu ergründen?
- Sind die göttlichen Gesetze für alle Welten dieselben?
Die Erkenntnis des natürlichen Gesetzes
- Hat Gott allen Menschen die Mittel gegeben, sein Gesetz zu erkennen?
- Begreift die Seele vor ihrer Vereinigung mit dem Körper das Gesetz Gottes besser als nach ihrer Inkarnation?
- Wo steht das Gesetz Gottes geschrieben?
- Da der Mensch das Gesetz Gottes in seinem Gewissen trägt, welche Notwendigkeit bestand dann, es ihm zu offenbaren?
- Hat Gott bestimmten Menschen die Aufgabe übertragen, sein Gesetz zu offenbaren?
- Haben sich diejenigen, die es unternahmen, die Menschen im Gesetz Gottes zu unterweisen, nicht oft geirrt und die Menschen durch falsche Grundsätze irreführt?
- Was macht das Wesen des wahren Propheten aus?
- Welches ist das vollkommenste Vorbild, das Gott dem Menschen gegeben hat, um ihm als Orientierung und Muster zu dienen?
- Wurden die göttlichen und natürlichen Gesetze den Menschen nur durch Jesus offenbart oder hatten sie vor ihm durch ein ahnendes Gefühl eine Kenntnis davon?
- Da Jesus die wahren Gesetze Gottes lehrte, worin besteht denn der Nutzen der von den Geistern erteilten Unterweisung? Haben sie uns etwas Neues hinzuzufügen?
- Warum wurde die Wahrheit nicht immer allen zugänglich gemacht?
Das Gute und das Böse
- Wie lässt sich die Moral definieren?
- Wie kann man Gut und Böse unterscheiden?
- Hat der Mensch in sich selbst die Mittel, Gut und Böse zu unterscheiden?
- Kann sich der dem Irrtum unterworfene Mensch nicht in der Einschätzung von Gut und Böse irren und meinen, er tue das Gute, wenn er das Böse tut?
- Die Regel vom Guten und Bösen, die man das Gesetz der Gegenseitigkeit oder der wechselseitigen Verpflichtung nennen könnte, kann nicht auf das Verhalten des einzelnen Menschen sich selbst gegenüber angewendet werden. Findet er im natürlichen Gesetz die Regel und einen sicheren Führer für diesen Bereich?
- Warum liegt das Übel in der Natur der Dinge? Ich spreche vom moralischen Übel. Konnte Gott die Menschheit nicht unter besseren Bedingungen schaffen?
- Die verschiedenen gesellschaftlichen Stellungen begründen neue Bedürfnisse, die nicht für alle Menschen dieselben sind. Scheint das natürliche Gesetz dann nicht für alle Menschen Verschiedenes vorzuschreiben?
- Ist Gut und Böse für alle Menschen dasselbe?
- Macht sich der Unzivilisierte, der sich von Menschenfleisch ernährt, schuldig?
- Das Böse scheint zuweilen die Folge der Gewalt der Umstände zu sein. Dahin gehört zum Beispiel die in gewissen Fällen notwendige Vernichtung, selbst unseres Nächsten. Kann man dann von einer Verletzung des göttlichen Gesetzes sprechen?
- Ist das von uns begangene Unrecht nicht oft die Folge der Lage, die uns von anderen bereitet worden ist, und wer ist dann der schuldigere Teil?
- Ist derjenige, der das Böse nicht selbst tut, aber sich das durch einen anderen begangene Böse zunutze macht, im selben Maße schuldig?
- Ist der Wunsch nach dem Bösen ebenso tadelnswert wie das Böse selbst?
- Genügt es, kein Böses zu tun, um Gott zu gefallen und sich seine künftige Stellung zu sichern?
- Gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Lage nicht die Möglichkeit haben, Gutes zu tun?
- Wird nicht die Umgebung bestimmter Menschen für sie zur ersten Quelle vieler Laster und Verbrechen?
- Wenn der Mensch sich im Dunstkreis des Lasters bewegen muss, wird dann das Böse für ihn nicht zu einer unwiderstehlichen Versuchung?
- Ist das Verdienst des Guten, das man tut, bestimmten Bedingungen untergeordnet – mit anderen Worten: Gibt es verschiedene Grade im Verdienst des Guten?
Die Einteilung des natürlichen Gesetzes
- Ist das ganze Gesetz Gottes in der Lehre Jesu von der Nächstenliebe enthalten?
- Was haltet ihr von der Einteilung des natürlichen Gesetzes in zehn Teile, welche die Gesetze über die Anbetung, die Arbeit, die Fortpflanzung, die Zerstörung, die Gesellschaft, den Fortschritt, die Gleichheit, die Freiheit sowie schließlich das Gesetz über die Gerechtigkeit, die Liebe und Nächstenliebe enthalten?
Das Gesetz der Anbetung
-
Worin besteht die Anbetung?
-
Ist die Anbetung das Ergebnis eines angeborenen Gefühls oder das Erzeugnis einer Unterweisung?
-
Hat es Völker gegeben, die des Gefühls der Anbetung ganz entbehrt hätten?
-
Kann man annehmen, dass die Anbetung ihre Quelle im natürlichen Gesetz habe?
-
Bedarf die Anbetung äußerer Äußerungen?
-
Ist die äußere Anbetung von Nutzen?
-
Gibt Gott einer bestimmten Anbetungsweise den Vorzug?
-
Verdient es Tadel, eine Religion auszuüben, an die man im Grunde des Herzens nicht glaubt, wenn man es nur aus gesellschaftlicher Rücksicht tut und um Andersdenkende nicht zu verärgern?
-
Ist die gemeinsame Anbetung der individuellen vorzuziehen?
Das beschauliche Leben
- Haben die Menschen in Gottes Augen ein Verdienst, die sich einem beschaulichen Leben widmen, nichts Böses tun und nur an ihn denken?
Vom Gebet
- Ist das Gebet Gott wohlgefällig?
- Was ist im Allgemeinen das Wesen des Gebets?
- Macht das Gebet den Menschen besser?
- Wie kommt es, dass bestimmte Personen, die viel beten, dennoch einen schlechten Charakter haben, eifersüchtig, neidisch und mürrisch sind, kein Wohlwollen und keine Nachsicht kennen, ja sogar geradezu lasterhaft sind?
- Kann man Gott auf nutzbringende Weise bitten, uns unsere Schuld zu vergeben?
- Kann man auf nutzbringende Weise für andere beten?
- Können unsere Gebete für uns selbst das Wesen unserer Prüfungen ändern und ihnen eine andere Wendung geben?
- Ist es nützlich, für die Toten und die leidenden Geister zu beten, und wie können unsere Gebete ihnen in diesem Fall Erleichterung verschaffen und ihre Leiden abkürzen? Haben sie die Macht, die Gerechtigkeit Gottes zu beugen?
- Was ist von der Ansicht zu halten, die das Gebet für die Toten ablehnt, weil es im Evangelium nicht geboten sei?
- Kann man zu den Geistern beten?
Die Vielgötterei
- Warum ist die Vielgötterei eine der ältesten und verbreitetsten Glaubensformen, da sie doch falsch ist?
- Konnten nicht die spiritistischen Erscheinungen an eine Vielheit von Göttern glauben machen, da sie sich zu allen Zeiten geltend machten und schon in den ersten Weltaltern bekannt waren?
Die Opfer
- Die Sitte der Menschenopfer reicht bis in das höchste Altertum zurück. Wie kamen die Menschen auf den Glauben, dass solche Dinge Gott wohlgefällig sein könnten?
- Wären die Tieropfer den Menschenopfern also vorausgegangen?
- Nach dieser Auslegung hätten die Menschenopfer ihre Quelle also nicht im Gefühl der Grausamkeit?
- Konnten die in frommer Absicht dargebrachten Menschenopfer zuweilen Gott wohlgefällig sein?
- Was sollen wir von den sogenannten heiligen Kriegen denken? Das Streben der fanatisierten Völker, diejenigen, die ihren Glauben nicht teilen, so weit wie möglich auszurotten, um Gott wohlgefällig zu sein, schiene danach denselben Grund zu haben wie einst die Menschenopfer?
- Hatten die Früchte der Erde in Gottes Augen mehr Verdienst als die Tieropfer?
- Gibt es kein Mittel, diese Gaben Gott wohlgefälliger zu machen, indem man sie der Unterstützung derjenigen widmet, denen das Notwendige fehlt?
- Wäre das Opfern von Tieren zu einem nützlichen Zweck ein verdienstvolles Werk, während es ein Missbrauch wäre, wenn es zu nichts nützte oder nur Wohlhabenden diente?
- Läge nicht etwas wahrhaft Frommes darin, den Armen die Erstlinge zu widmen, die Gott uns auf Erden schenkt?
Das Gesetz der Arbeit
-
Ist die Notwendigkeit der Arbeit ein Naturgesetz?
-
Darf man unter Arbeit nur die körperliche Handarbeit verstehen?
-
Warum ist die Arbeit dem Menschen auferlegt?
-
Warum versorgt die Natur die Tiere mit allem, was sie benötigen?
-
Ist der Mensch auf vollkommeneren Welten derselben Notwendigkeit der Arbeit unterworfen?
-
Ist der Mensch, der genug besitzt, um sein Dasein zu sichern, vom Gesetz der Arbeit befreit?
-
Gibt es nicht Menschen, denen es überhaupt unmöglich ist zu arbeiten, und deren Dasein daher ein nutzloses ist?
-
Legt das Naturgesetz den Kindern die Pflicht auf, für die Eltern zu arbeiten?
Die Grenzen der Arbeit & Die Ruhe
- Ist die Ruhe ein Naturgesetz, da sie nach der Arbeit ein Bedürfnis ist?
- Welches sind die Grenzen der Arbeit?
- Was ist von denen zu halten, die ihr Ansehen dazu missbrauchen, ihren Untergebenen ein Übermaß an Arbeit aufzuerlegen?
- Hat der Mensch in seinem Alter ein Recht auf Ruhe?
- Welche Hilfsmittel besitzt der Greis, der arbeiten muss, um zu leben, es aber nicht mehr kann?
Das Gesetz der Fortpflanzung
Die Bevölkerung der Erde
- Ist die Fortpflanzung der lebenden Wesen ein Naturgesetz?
- Wird die Erde nicht übervölkert sein, wenn die Bevölkerung sich immer weiter vermehrt?
Die Aufeinanderfolge und Vervollkommnung der Rassen
- Werden Rassen, die in der Abnahme begriffen sind, irgendwann vom Erdboden verschwunden sein?
- Sind die heutigen Menschen eine neue Schöpfung oder die vervollkommneten Nachkommen von ursprünglichen Wesen?
- Sind die Körper der heutigen Rasse rein physisch eine besondere Schöpfung oder stammen sie von den ursprünglichen Körpern ab?
- Was ist vom physischen Gesichtspunkt aus der unterscheidende Charakter der ersten Rassen?
- Ist die Vervollkommnung der Tier- und Pflanzenarten durch die Wissenschaft dem Naturgesetz zuwider?
- Vermindert es das Verdienst des Menschen, wenn er bei der Verbesserung der Arten nur durch persönliche Interessen angetrieben wird?
Die Hindernisse der Fortpflanzung
- Stehen die menschlichen Gesetze und Gewohnheiten, die die Verhinderung der Fortpflanzung zum Zweck oder zur Wirkung haben, im Widerspruch zu den Gesetzen der Natur?
- Begeht der Mensch etwas Tadelnswertes, wenn er die Fortpflanzung bestimmter Pflanzen- oder Tierarten aufhält, deren unbeschränkte Vermehrung schädlich wäre?
- Was ist von dem Brauch zu halten, die Fortpflanzung lediglich in der Absicht sinnlicher Genüsse aufzuhalten?
Die Ehe und das Zölibat
- Widerspricht die Ehe, das heißt die dauerhafte Vereinigung zweier Wesen, dem Gesetz der Natur?
- Welche Wirkung würde die Abschaffung der Ehe auf die menschliche Gesellschaft ausüben?
- Liegt die unbedingte Unauflöslichkeit der Ehe im Gesetz der Natur oder nur im menschlichen Gesetz?
- Ist die freiwillige Enthaltung von der Ehe ein in den Augen Gottes verdienstvoller, vollkommenerer Zustand?
- Ist die Ehelosigkeit nicht bei bestimmten Personen ein Opfer, das sie dem wirksamen Dienst an der Menschheit bringen?
Die Vielweiberei
- Weist die nahezu gleich große Zahl der Menschen beider Geschlechter auf das Verhältnis hin, nach welchem sie sich miteinander verbinden sollen?
- Welche von beiden, die Viel- oder die Einweiberei, entspricht am besten dem Naturgesetz?
Das Gesetz der Erhaltung
Der Erhaltungstrieb
- Ist der Erhaltungstrieb ein Naturgesetz?
- Zu welchem Zweck gab Gott allen lebenden Wesen den Erhaltungstrieb?
Die Erhaltungsmittel
- Hat Gott dem Menschen zusammen mit dem Bedürfnis zu leben auch immer die Mittel dazu dargeboten?
- Warum erzeugt die Erde nicht immer so viel, um dem Menschen das Nötige liefern zu können?
- Dürfen unter den Gütern der Erde nur die Erzeugnisse des Bodens verstanden werden?
- Wem haben es manche Individuen zuzuschreiben, wenn ihnen die Existenzmittel selbst mitten im überfließenden Wohlstand fehlen?
- Gibt es nicht Lagen, in denen die Mittel zum Leben keineswegs vom menschlichen Willen abhängen und der Mangel des Allernotwendigsten die Folge von Umständen ist?
- Begingen diejenigen ein Verbrechen, die sich in gefahrvollen Lagen darauf angewiesen sahen, ihresgleichen zu opfern, um sich selbst zu nähren?
- Wird ein solches Verbrechen durch das Bedürfnis nach Speise gemildert, das der Selbsterhaltungstrieb eingibt?
- Bedürfen die lebenden Wesen auf den höher organisierten Welten noch der Nahrung?
Der Genuss der irdischen Güter
- Haben alle Menschen ein Recht auf den Genuss der Güter der Erde?
- Zu welchem Zweck verknüpfte Gott einen Reiz mit dem Genuss der irdischen Güter?
- Was ist der Zweck dieser Versuchung?
- Haben die Genüsse ihre von der Natur gezogenen Grenzen?
- Was ist von dem Menschen zu halten, der in Ausschreitungen aller Art eine Verfeinerung und Steigerung seiner Genüsse sucht?
- Nähert sie sich dem leiblichen oder dem moralischen Tode?
Das Notwendige und das Überflüssige
- Wie kann der Mensch die Grenze des Notwendigen erkennen?
- Hat nicht die Natur durch unsere Organisation selbst die Grenzen für unsere Bedürfnisse gezogen?
- Was ist von denen zu halten, die die Güter der Erde an sich reißen, um sich Überflüssiges auf Kosten derer zu verschaffen, die am Notwendigen Mangel leiden?
Die freiwillige Entsagung und Kasteiung
- Verpflichtet das Gesetz der Selbsterhaltung zur Sorge für die Bedürfnisse des Körpers?
- Ist es für den Menschen tadelnswert, nach Wohlbehagen zu trachten?
- Hat freiwillige Entsagung zum Zweck einer ebenso freiwilligen Sühne in Gottes Augen ein Verdienst?
- Gibt es überhaupt eine verdienstliche, freiwillige Entsagung?
- Asketische Kasteiungen sind das ganze Altertum hindurch und bei den verschiedensten Völkern geübt worden. Sind dieselben unter irgendeinem Gesichtspunkt verdienstlich?
- Ist die Enthaltung von gewissen Nahrungsmitteln, wie sie bei verschiedenen Völkern vorgeschrieben ist, in der Vernunft begründet?
- Ist die Fleischnahrung beim Menschen gegen das Naturgesetz?
- Ist die Enthaltung von tierischer oder anderer Nahrung verdienstlich als Sühnung?
- Was ist von den Verstümmelungen des Körpers des Menschen und der Tiere zu halten?
- Wenn uns die Leiden dieser Welt durch die Art, wie wir sie ertragen, erheben, erhebt man sich dann auch durch solche, die man sich selbst auferlegt?
- Wenn man sich keine freiwilligen Leiden auferlegen soll, darf man sich dann vor solchen bewahren, die man voraussieht oder die uns bedrohen?
Das Gesetz der Zerstörung
Die notwendige und die missbräuchliche Zerstörung
- Ist die Zerstörung ein Naturgesetz?
- So wäre also der Zerstörungstrieb den lebenden Wesen von der Vorsehung eingepflanzt worden?
- Wenn die Zerstörung zur Wiedergeburt der Wesen notwendig ist, warum sind sie dann von der Natur mit den Mitteln, sich zu schützen und zu erhalten, ausgestattet?
- Da uns der Tod in ein besseres Leben führen soll und uns von den Übeln des jetzigen befreit, warum hat der Mensch ein instinktmäßiges Grauen vor ihm?
- Warum setzte die Natur neben die Mittel zur Erhaltung gleichzeitig die zerstörenden Kräfte?
- Ist die Notwendigkeit der Zerstörung auf allen Welten dieselbe?
- Wird die Notwendigkeit der Zerstörung bei den Menschen auf der Erde immer existieren?
- Besitzt der Mensch in seinem jetzigen Zustand ein unbeschränktes Recht der Zerstörung gegenüber den Tieren?
- Was soll man von einer Zerstörung halten, die die Grenzen des Bedürfnisses und der Sicherheit überschreitet, wie etwa von der Jagd zur reinen Vernichtung?
- Erwerben sich Völker, welche ihre Bedenken wegen der Zerstörung der Tiere bis zum Übermaß ausdehnen, ein besonderes Verdienst?
Die verwüstenden Landplagen
- In welcher Absicht schlägt Gott die Menschheit mit verwüstenden Landplagen?
- Konnte Gott nicht andere Mittel als jene zerstörenden Landplagen anwenden, um die Menschheit zum Fortschritt zu führen?
- Bei diesen Landplagen unterliegt der Gute wie der Schlechte. Ist das gerecht?
- Sind die Opfer dieser Landplagen deswegen nicht minder Opfer?
- Haben die zerstörenden Landplagen in physischer Beziehung einen Nutzen, trotz der Übel, die sie mit sich führen?
- Sollten die Landplagen nicht auch moralische Prüfungen für den Menschen sein, die ihn der äußersten Not preisgeben?
- Ist es dem Menschen verliehen, die Landplagen, die über ihn kommen, abzuwenden?
Die Kriege
- Was treibt den Menschen zum Kriege?
- Wird der Krieg einst vom Erdboden verschwinden?
- Was war der Zweck der Vorsehung, da sie den Krieg notwendig machte?
- Wenn der Krieg die Wirkung haben soll, dass der Mensch zur Freiheit gelange, wie kommt es dann, dass er oft die Unterjochung zum Zweck und zur Folge hat?
- Was ist von dem zu halten, der einen Krieg zu seinem eigenen Vorteil erregt?
Der Mord
- Ist der Mord ein Verbrechen in den Augen Gottes?
- Ist die Schuld bei jedem Mord die nämliche?
- Entschuldigt Gott den Totschlag im Falle der Notwehr?
- Ist der Mensch der Tötungen schuldig, die er im Kriege begeht?
- Wer trägt die größere Schuld in den Augen Gottes, der Vatermörder oder der Kindesmörder?
- Woher kommt es, dass bei gewissen, in intellektueller Beziehung schon fortgeschritteneren Völkern der Kindesmord in den Sitten liegt und von der Gesetzgebung geheiligt ist?
Die Grausamkeit
-
Kann man die Grausamkeit aus dem Zerstörungstrieb ableiten?
-
Woher kommt es, dass die Grausamkeit ein herrschender Charakterzug der ältesten Völker ist?
-
Beruht die Grausamkeit nicht auf der Abwesenheit des moralischen Sinnes?
-
Wie kommt es, dass man im Schoße der am weitesten fortgeschrittenen Zivilisation zuweilen Wesen findet, die so grausam sind wie die Unzivilisierten?
-
Wird die menschliche Gesellschaft einst von solchen bösartigeren Wesen gereinigt werden?
Der Zweikampf
- Darf der Zweikampf als eine erlaubte Verteidigung betrachtet werden?
- Kann der Zweikampf als ein Mord vonseiten desjenigen angesehen werden, der, seine eigene Schwäche kennend, so gut wie gewiss ist zu unterliegen?
- Und wenn die Aussichten gleich sind, ist es dann ein Mord oder ein Selbstmord?
- Was ist der Wert des sogenannten Ehrenpunkts beim Duell?
- Gibt es nicht Fälle, wo die Ehre wirklich in Frage steht und wo eine Weigerung Feigheit wäre?
Die Todesstrafe
- Wird die Todesstrafe einst aus der menschlichen Gesetzgebung verschwinden?
- Mit dem Gesetze der Selbsterhaltung ist dem Menschen das Recht, sein eigenes Leben zu schützen, gegeben. Macht er nun nicht von diesem seinem Rechte Gebrauch, wenn er ein gefährliches Glied der Gesellschaft von dieser abschneidet?
- Wenn die Todesstrafe aus der zivilisierten Gesellschaft verbannt werden kann, war sie dagegen nicht in den weniger fortgeschrittenen Zeiten eine Notwendigkeit?
- Bedeutet die Beschränkung der Zahl der mit Todesstrafe belegten Verbrechen einen Fortschritt in der Zivilisation?
- Jesus hat gesagt: „Wer mit dem Schwerte getötet hat, wird mit dem Schwert umkommen.“ Enthalten diese Worte nicht eine Bestätigung des Rechts der Wiedervergeltung und ist der über den Mörder verhängte Tod nicht eine Anwendung dieses Rechts?
- Was ist von der im Namen Gottes ausgesprochenen Todesstrafe zu halten?
Das Gesetz der Gesellschaft
Die Notwendigkeit des gesellschaftlichen Lebens
- Liegt das gesellige Leben in der Natur?
- Ist die unbedingte Vereinzelung dem Naturgesetze zuwider?
- Folgt der Mensch, wenn er Gesellschaft aufsucht, nur einem persönlichen Gefühl oder liegt in diesem Gefühl ein allgemeinerer Zweck der Vorsehung?
Das Leben in der Vereinzelung. Das Gelübde des Stillschweigens
- Man begreift, dass das gesellige Leben, allgemein gesprochen, in der Natur des Menschen liegt; da aber auch jeder Geschmack in der Natur liegt, warum sollte denn der Geschmack an unbedingter Vereinzelung zu verurteilen sein, wenn der Mensch in derselben seine Befriedigung findet?
- Was ist von den Menschen zu halten, die, um die verderbliche Berührung mit der Welt zu meiden, in unbedingter Abgeschlossenheit leben?
- Wenn aber diese Zurückgezogenheit eine Sühne zum Zweck hat, indem man sich eine mühsame Entbehrung auferlegt, ist sie dann nicht verdienstlich?
- Was ist von denen zu halten, welche die Welt fliehen, um sich der Pflege der Unglücklichen zu widmen?
- Und die, welche in der Abgeschiedenheit die Ruhe suchen, die ihnen gewissse Arbeiten zum Bedürfnis machen?
- Was ist von dem Gelübde des Stillschweigens zu halten, das sich seit dem höchsten Altertum gewisse Sekten auferlegen?
Die Bande der Familie
- Warum erkennen sich bei den Tieren Eltern und Junge nicht mehr wieder, wenn die letzteren keiner Pflege mehr bedürfen?
- Es gibt Leute, welche daraus, dass die Jungen von ihren tierischen Eltern verlassen werden, den Schluss ziehen, beim Menschen seien die Bande der Familie nur das Ergebnis der gesellschaftlichen Sitten und nicht ein Naturgesetz; was sollen wir davon halten?
- Welches wäre die Folge der Lösung der Familienbande für die Gesellschaft?
Das Gesetz des Fortschritts
Der Naturzustand
- Sind der Naturzustand und das Naturgesetz dasselbe?
- Da der Mensch im Naturzustand weniger Bedürfnisse und daher auch nicht all die Leiden hat, die er sich in einem fortgeschritteneren Zustand schafft: Was soll man dann von der Ansicht derjenigen halten, die jenen Zustand als den der vollkommensten Glückseligkeit auf Erden betrachten?
- Kann der Mensch rückwärts schreiten zum Naturzustand?
Das Wesen des Fortschritts
- Schöpft der Mensch die Kraft zum Fortschritt aus sich selbst oder ist dieser nur das Ergebnis einer Belehrung?
- Folgt der moralische Fortschritt stets auf den intellektuellen?
- Wie kann der intellektuelle Fortschritt den moralischen herbeiführen?
- Woher kommt es denn, dass oft die gebildetsten Völker zugleich die verdorbensten sind?
- Ist es dem Menschen möglich, den Fortschritt aufzuhalten?
- Was soll man von den Menschen denken, die den Fortschritt aufzuhalten und das Menschengeschlecht zum Rückschritt zu bringen suchen?
- Gibt es nicht Menschen, die den Fortschritt im guten Glauben hindern, ihn zu fördern, weil sie ihn aus ihrer Perspektive sehen – und zwar oft dort, wo er nicht zu finden ist?
- Verläuft die Vervollkommnung des Menschengeschlechts immer stetig und langsam?
- Die Verderbtheit des Menschen ist sehr groß, und scheint er nicht eher rückwärts statt vorwärts zu schreiten, wenigstens in moralischer Hinsicht?
- Worin besteht das große Hindernis des Fortschritts?
Die entarteten Völker
- Die Geschichte weist auf eine Menge von Völkern hin, die nach den Erschütterungen, von denen sie heimgesucht wurden, wieder in die Barbarei zurücksanken. Wo liegt in diesem Fall der Fortschritt?
- Gibt es nicht Rassen, die von Natur aus dem Fortschritt feindlich gegenüberstehen?
- Was wird das künftige Schicksal der Seelen sein, die diese Rassen beseelen?
- Also könnten die gebildetsten Menschen einst Wilde und Menschenfresser gewesen sein?
- Führt diese von der Geschichte erwiesene Wahrheit nicht zu dem Gedanken, dass die fortgeschrittensten Völker dieses Jahrhunderts ihren Verfall und ihr Ende finden werden, so wie die des Altertums?
- Wird der Fortschritt einst alle Völker der Erde zu einer einzigen Nation vereinen?
Die Zivilisation
- Ist die Zivilisation ein Fortschritt oder, wie einige Philosophen meinen, ein Niedergang der Menschheit?
- Ist es vernunftgemäß, die Zivilisation zu verdammen?
- Wird sich die Zivilisation nicht so weit reinigen, dass sie die von ihr erzeugten Übel wieder verschwinden lässt?
- Warum verwirklicht die Zivilisation nicht unmittelbar alles Gute, das sie hervorbringen könnte?
- Könnte der Grund nicht auch darin liegen, dass sie durch die Schaffung neuer Bedürfnisse auch neue Leidenschaften überreizt?
- An welchen Anzeichen kann man eine vollständige Zivilisation erkennen?
Der Fortschritt der menschlichen Gesetzgebung
- Könnte die Gesellschaft allein von den natürlichen Gesetzen und ohne die Hilfe der menschlichen Gesetze regiert werden?
- Was ist die Ursache für die Unbeständigkeit der menschlichen Gesetze?
- Ist die Strenge der Strafgesetze beim gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft nicht eine Notwendigkeit?
- Wie wird der Mensch dazu gebracht werden können, seine Gesetze zu verbessern?
Der Einfluss des Spiritismus auf den Fortschritt
- Wird der Spiritismus ein allgemeiner Glaube werden oder wird er nur von einigen Personen geglaubt werden?
- Auf welche Weise kann der Spiritismus zum Fortschritt beitragen?
- Ist nicht zu befürchten, dass der Spiritismus die Gleichgültigkeit der Menschen und deren Anhänglichkeit an die Dinge dieser Welt nicht besiegen kann?
- Warum lehrten die Geister nicht zu allen Zeiten, was sie heute lehren?
- Da der Spiritismus einen Fortschritt im Menschengeschlecht bezeichnen soll, warum beschleunigen die Geister diesen nicht durch so allgemeine und offenkundige Manifestationen, dass selbst die Ungläubigsten überzeugt werden müssten?
Das Gesetz der Gleichheit
(Hinweis: Im Quelltext fehlt eine Kapitelnr., voraussichtlich Elftes Kapitel)
- Sind vor Gott alle Menschen gleich?
- Warum gab Gott nicht allen Menschen dieselben Anlagen?
- Bewahrt sich der Geist, wenn er von einer höheren in eine niedrigere Welt herabsteigt, die volle Kraft seiner erworbenen Fähigkeiten?
Die sozialen Ungleichheiten
- Ist die Ungleichheit der gesellschaftlichen Stellungen und Verhältnisse ein Naturgesetz?
- Wird diese Ungleichheit einst verschwinden?
- Was ist von denen zu halten, die ihre höhere soziale Stellung dazu missbrauchen, den Schwachen zu ihrem Vorteil zu unterdrücken?
Die Ungleichheit des Reichtums
- Hat die Ungleichheit des Reichtums nicht ihre Quelle in der Ungleichheit der Fähigkeiten, wodurch den einen mehr Mittel zum Erwerb als den anderen zufallen?
- Der ererbte Reichtum ist doch nicht die Frucht schlechter Leidenschaften?
- Wenn ein Vermögen ursprünglich übel erworben wurde, sind dann diejenigen, die es erben, dafür verantwortlich?
- Man kann, ohne sich vom Gesetz zu entfernen, in einer mehr oder weniger angemessenen Weise über seine Güter verfügen. Ist man nach dem Tod für die getroffenen Verfügungen verantwortlich?
- Ist eine absolute Gleichheit des Reichtums überhaupt möglich und hat eine solche jemals existiert?
- Es gibt Menschen, die meinen, hierin liege das Heilmittel für die Übel der Gesellschaft. Was denkt ihr davon?
- Wenn die Gleichheit des Reichtums nicht möglich ist, verhält es sich dann ebenso mit derjenigen des Wohlergehens?
- Ist es möglich, sich zu verständigen?
- Es gibt Leute, die durch ihre eigenen Fehler in Entbehrung und Elend geraten. Kann die Gesellschaft dafür verantwortlich sein?
Die Prüfungen des Reichtums und der Armut
- Warum gab Gott dem einen Reichtum und Macht und dem anderen Armut und Elend?
- Welche der beiden Prüfungen ist für den Menschen mehr zu fürchten: die des Unglücks oder die des Glücks?
- Wenn der Reiche mehr Versuchungen hat, besitzt er nicht auch mehr Mittel, das Gute zu tun?
Die Gleichheit der Rechte des Mannes und der Frau
-
Sind Mann und Frau vor Gott gleich und haben sie dieselben Rechte?
-
Woher stammt die niedrigere moralische Stufe der Frau in gewissen Gegenden?
-
Zu welchem Zweck ist die Frau physisch schwächer als der Mann?
-
Setzt ihre physische Schwäche die Frau nicht naturgemäß in Abhängigkeit vom Mann?
-
Haben die Aufgaben, zu denen die Frau von der Natur bestimmt ist, eine ebenso hohe Wichtigkeit wie diejenigen, die dem Mann zufallen?
-
Wenn die Menschen vor Gottes Gesetz gleich sind, müssen sie es auch vor dem menschlichen Gesetz sein?
-
Soll demnach eine Gesetzgebung, um völlig gerecht zu sein, die Gleichheit der Rechte zwischen Mann und Frau aussprechen?
Die Gleichheit vor dem Grab
- Woher kommt der Wunsch, sein Gedächtnis durch ein Grabmal zu verewigen?
- Ist die Kostbarkeit der Grabmäler nicht oft mehr Sache der Verwandten, die den Verstorbenen ehren wollen, als des Verstorbenen selbst?
- Tadelt ihr unbedingt den Pomp der Leichenbegängnisse?
Das Gesetz der Freiheit
- Gibt es Lagen in der Welt, in denen der Mensch sich schmeicheln dürfte, eine unbedingte Freiheit zu genießen?
- In welchem Zustand könnte der Mensch etwa eine unbedingte Freiheit genießen?
- Nimmt die Verpflichtung, die Rechte anderer zu achten, dem Menschen das Recht, sich selbst zu gehören?
- Wie soll man die freisinnigen Ansichten gewisser Menschen mit dem von ihnen selbst im eigenen Haus und gegen ihre Untergebenen ausgeübten Despotismus in Einklang bringen?
- Wird den von ihnen hier bekannten Grundsätzen im anderen Leben Rechnung getragen werden?
Die Sklaverei
- Gibt es Menschen, die von Natur dazu bestimmt sind, das Eigentum anderer Menschen zu sein?
- Wenn die Sklaverei in die Sitten eines Volkes aufgenommen ist, sind dann diejenigen, die aus ihr Nutzen ziehen, zu tadeln, da sie sich doch nur einem ihnen natürlich scheinenden Brauch unterwerfen?
- Bringt die natürliche Ungleichheit der Fähigkeiten nicht gewisse Menschenrassen in Abhängigkeit von den intelligenteren Rassen?
- Es gibt Menschen, die ihre Sklaven menschlich behandeln, sie an nichts Mangel leiden lassen und der Ansicht huldigen, dass die Freiheit sie größeren Entbehrungen aussetzen würde. Was sagt ihr dazu?
Die Denkfreiheit
- Gibt es im Menschen etwas, das sich jedem Zwang entzieht und worin er sich einer unbedingten Freiheit erfreut?
- Ist der Mensch für sein Denken verantwortlich?
Die Gewissensfreiheit
- Ist die Gewissensfreiheit eine Folge der Denkfreiheit?
- Hat der Mensch das Recht, die Gewissensfreiheit zu beschränken?
- Was ist die Folge der Beschränkung der Gewissensfreiheit?
- Ist jeder Glaube zu achten, selbst wenn er offenbar falsch wäre?
- Verdient man Tadel, wenn man jemanden in seinem Glauben kränkt, der nicht dasselbe glaubt wie wir?
- Verletzt man die Gewissensfreiheit, wenn man Glaubensmeinungen beschränkt, die geeignet wären, die Gesellschaft zu störung?
- Muss man aus Achtung vor der Gewissensfreiheit schädlichen Lehren freien Lauf lassen – oder darf man, ohne diese Freiheit zu verletzen, diejenigen, die von falschen Grundsätzen irregeleitet sind, auf den Weg der Wahrheit zurückzuführen suchen?
- Da alle Glaubensmeinungen beanspruchen, der einzig richtige Ausdruck der Wahrheit zu sein: Woran kann man diejenige erkennen, die wirklich das Recht hat, sich dafür auszugeben?
Der freie Wille
- Hat der Mensch freien Willen in seinem Tun und Lassen?
- Ist der Mensch von Geburt an im Besitz des freien Willens?
- Sind nicht die instinktiven Neigungen, die der Mensch mit sich auf die Welt bringt, ein Hindernis für die Ausübung des freien Willens?
- Hat seine körperliche Konstitution keinen Einfluss auf das Tun des Menschen, und geschieht dies gegebenenfalls auf Kosten des freien Willens?
- Raubt die Beeinträchtigung der Fähigkeiten dem Menschen den freien Willen?
- Entschuldigt die Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten durch Trunkenheit tadelnswerte Taten?
- Welche Fähigkeit herrscht beim Menschen im Naturzustand vor: der Instinkt oder der freie Wille?
- Ist nicht zuweilen die gesellschaftliche Stellung ein Hindernis für die volle Freiheit des Handelns?
Das Verhängnis
- Gibt es in den Ereignissen des Lebens ein Verhängnis im herkömmlichen Sinn – sind also alle Ereignisse im Voraus bestimmt, und wo bleibt in diesem Fall der freie Wille?
- Gibt es Menschen, die ein Verhängnis ganz unabhängig von ihrem Handeln zu verfolgen scheint, und liegt solches Unglück in ihrem Schicksal?
- Gewisse Personen entgehen einer tödlichen Gefahr nur, um wieder in eine andere zu geraten. Es scheint, als hätten sie dem Tod nicht entrinnen können. Heißt das nicht Verhängnis?
- Es mag also die uns bedrohende Gefahr noch so groß sein: Wir sterben nicht, wenn die Stunde nicht gekommen ist?
- Folgt aus der Unfehlbarkeit der Todesstunde, dass die Maßnahmen, die man zu ihrer Vermeidung trifft, nutzlos sind?
- Was bezweckt die Vorsehung damit, wenn sie uns Gefahren entgegenführt, die dann keine Folgen haben sollen?
- Kennt der Geist die Todesart, der er unterliegen soll, im Voraus?
- Es gibt Menschen, die den Gefahren einer Schlacht in der Überzeugung die Stirn bieten, dass ihre Stunde noch nicht gekommen sei. Liegt in diesem Vertrauen etwas Wahres und Begründetes?
- Woher kommt es, dass diejenigen, die ihren Tod vorausahnen, ihn in der Regel weniger fürchten als die anderen?
- Wenn der Tod nicht vermieden werden kann, wann er stattfinden soll, verhält es sich dann auch ebenso mit allen Unglücksfällen, die uns in unserem Lebenslauf zustoßen?
- Gibt es Tatsachen, die mit Notwendigkeit eintreten müssen und die der Wille der Geister nicht abwenden kann?
- Kann der Mensch vermöge seines Willens und seines Tuns bewirken, dass Ereignisse, die stattfinden sollten, nicht eintreten und umgekehrt?
- Weiß der Mensch, der einen Mord begeht, bei der Wahl seines Daseins, dass er ein Mörder werden wird?
- Es gibt Leute, denen nie etwas gelingt und die ein böser Geist in allem, was sie unternehmen, zu verfolgen scheint. Darf man dies nicht ein Verhängnis nennen?
- Nötigen die gesellschaftlichen Sitten nicht oft einen Menschen, diesen Weg eher als jenen einzuschlagen, und ist er nicht dem Für und Wider seiner Mitmenschen ausgesetzt bei der Wahl seiner Beschäftigungen? Ist das, was man die Achtung der Menschen nennt, nicht oft ein Hindernis für die Ausübung des freien Willens?
- Wenn es Leute gibt, die das Schicksal gegen sich haben, so erscheinen andere von demselben begünstigt, denn alles gelingt ihnen. Woran liegt dies?
- Wie kann man sich das Glück erklären, das gewissse Personen bei Umständen haben, mit denen weder der Wille noch die Intelligenz etwas zu tun haben – beim Spiel zum Beispiel?
- So wäre denn das Verhängnis, das die äußeren Ereignisse unseres Lebens leitet, wiederum die Wirkung unseres freien Willens?
- Woher kommt der Ausdruck „Unter einem glücklichen Stern geboren sein“?
Das Wissen von der Zukunft
- Kann die Zukunft dem Menschen enthüllt werden?
- Zu welchem Zweck bleibt die Zukunft dem Menschen verborgen?
- Da es nützlich ist, dass die Zukunft verborgen bleibe: Warum gestattet Gott zuweilen deren Enthüllung?
- Da Gott alles weiß, weiß er auch, ob ein Mensch in einer Prüfung unterliegen wird oder nicht. Worin liegt dann aber die Notwendigkeit dieser Prüfung, da sie Gott nichts lehren kann, was er nicht schon von diesem Menschen wüsste?
Theoretischer Rückblick auf die Triebfedern der menschlichen Handlungen
- Liegt das Gefühl der Gerechtigkeit in der Natur oder ist es die Folge erworbener Ideen?
- Wenn die Gerechtigkeit ein Naturgesetz ist, wie kommt es dann, dass die Menschen sie so unterschiedlich verstehen und dass der Eine gerecht findet, was dem Anderen ungerecht erscheint?
- Wie lässt sich die Gerechtigkeit definieren?
- Wodurch werden diese Rechte begründet?
- Welches ist außerhalb des durch das menschliche Gesetz begründeten Rechts die Grundlage der auf dem Naturgesetz beruhenden Gerechtigkeit?
- Führt die Notwendigkeit, in Gesellschaft zu leben, für den Menschen besondere Verpflichtungen herbei?
- Da sich der Mensch über den Umfang seines Rechts täuschen kann, wer kann ihn dann dessen Grenzen lehren?
- Wenn sich aber jeder die Rechte seines Nächsten zuschreibt, was wird dann aus der Unterordnung gegenüber dem Vorgesetzten? Ist dies dann nicht die unbeschränkte Gesetzlosigkeit?
- Welches wäre der Charakter desjenigen, der die Gerechtigkeit in ihrer ganzen Reinheit ausübte?
Das Eigentumsrecht. Der Diebstahl
- Welches ist das erste aller natürlichen Rechte des Menschen?
- Gibt das Recht zu leben dem Menschen auch das Recht, so viel anzusammeln, dass er sich zur Ruhe setzen kann, wenn er nicht mehr arbeiten kann?
- Hat der Mensch das Recht, das zu verteidigen, was er sich angesammelt hat?
- Liegt die Neigung zu besitzen in der Natur?
- Ist aber der Wunsch nach Besitz nicht auch berechtigt, da derjenige, der für seinen Lebensunterhalt sorgt, niemandem zur Last fällt?
- Worin besteht das Wesen des rechtmäßigen Eigentums?
- Ist das Eigentumsrecht ein unbeschränktes?
Die Nächstenliebe
- Was ist der wahre Sinn des Wortes Nächstenliebe (oder Barmherzigkeit / charité), wie Jesus es verstand?
- Jesus sagte auch: Liebet selbst eure Feinde. Widerspricht die Feindesliebe nicht unseren natürlichen Neigungen, und entsteht Feindschaft nicht durch den Mangel an Sympathie zwischen den Geistern?
- Was ist vom Almosengeben zu halten?
- Tadelt ihr das Almosengeben?
- Gibt es nicht Menschen, die durch eigene Schuld in Armut geraten?
Die Mutterliebe und die Kindesliebe
-
Ist die Mutterliebe eine Tugend oder ein Menschen und Tieren gemeinsames, instinktives Gefühl?
-
Wenn die Mutterliebe in der Natur begründet ist, warum gibt es dann Mütter, die ihre Kinder hassen – und das oft von deren Geburt an?
-
Wenn Eltern Kinder haben, die ihnen Kummer bereiten, sind sie dann entschuldigt, wenn sie für diese nicht dieselbe Zärtlichkeit empfinden wie im umgekehrten Fall?
Die sittliche Vervollkommnung
Die Tugenden und die Laster
- Welches ist die verdienstvollste aller Tugenden?
- Es gibt Menschen, die das Gute aus freiem Antrieb tun, ohne irgendein entgegengesetztes Verlangen besiegen zu müssen. Haben diese denselben Verdienst wie diejenigen, die gegen ihre eigene Natur kämpfen und sie erst überwinden müssen?
- Welches ist – abgesehen von den Fehlern und Lastern, über die sich niemand täuscht – das charakteristischste Kennzeichen der Unvollkommenheit?
- Es gibt uneigennützige, aber unüberlegte Menschen, die ihren Besitz ohne wirklichen Nutzen verschwenden, weil sie keinen vernünftigen Gebrauch davon machen. Haben diese irgendein Verdienst?
- Ist jemand zu tadeln, der das Gute nicht im Hinblick auf eine Belohnung auf Erden tut, sondern in der Hoffnung, dass es ihm im nächsten Leben zugutekommt und seine Lage dort besser sein wird? Schadet ihm dieser Gedanke bei seinem Fortschritt?
- Dennoch hat jeder den Wunsch, voranzukommen, um diesem mühevollen Leben zu entkommen. Die Geister selbst lehren uns, zu diesem Zweck das Gute zu tun. Ist es daher schädlich zu denken, dass man durch gutes Handeln Etwas Besseres als auf Erden erhoffen darf?
- Muss man nicht unterscheiden zwischen dem Guten, das man seinem Nächsten erweist, und der Mühe, die man sich gibt, um sich von seinen eigenen Fehlern zu bessern? Es ist verständlich, dass es wenig verdienstvoll ist, Gutes zu tun in dem Gedanken, dass es einem im nächsten Leben angerechnet wird. Aber sich selbst zu bessern, seine Leidenschaften zu bezwingen und seinen Charakter zu veredeln, um sich den guten Geistern zu nähern – ist das auch ein Zeichen von Unreife?
- Da das körperliche Leben nur ein vorübergehender Aufenthalt ist und unsere Zukunft unsere Hauptbeschäftigung sein sollte: Ist es dann noch von Nutzen, sich um den Erwerb wissenschaftlicher Kenntnisse zu bemühen, die nur materielle Dinge und Bedürfnisse betreffen?
- Von zwei reichen Menschen ist der eine im Reichtum geboren und hat nie Mangel gelitten; der andere verdankt sein Vermögen eigener Arbeit. Beide nutzen es für ihre persönliche Befriedigung: Wer von beiden ist schuldiger?
- Wer unaufhörlich Besitz anhäuft, ohne jemandem Gutes zu tun: Liegt für ihn eine gültige Entschuldigung in dem Gedanken, dass er spart, um seinen Erben umso mehr zu hinterlassen?
- Von zwei Geizigen versagt sich der eine das Notwendigste und stirbt auf seinem Schatz vor Hunger. Der andere ist nur gegenüber anderen geizig, gegen sich selbst aber verschwenderisch: Während er vor dem geringsten Opfer zurückschreckt, wenn er einen Dienst erweisen oder etwas Nützliches tun soll, spielt Geld keine Rolle, wenn es um seine eigenen Neigungen und Leidenschaften geht. Bittet man ihn um Hilfe, ist er stets in Verlegenheit; will er eine seiner Launen befriedigen, hat er immer genug. Wer ist schuldiger und wer wird in der Geisterwelt den schlechteren Platz einnehmen?
- Ist es verwerflich, andere um ihren Reichtum zu beneiden, wenn es aus dem Wunsch geschieht, Gutes tun zu können?
- Ist es strafbar, die Fehler der anderen zu studieren?
- Ist man strafbar, die Schäden der Gesellschaft zu studieren und zu enthüllen?
- Wie kann man in solchem Falle sich über die Reinheit der Absichten und die Lauterkeit des Schriftstellers ein Urteil bilden?
- Gewisse Schriftsteller haben sehr schöne und sehr moralische Werke herausgegeben, die dem Fortschritt der Menschheit förderlich sind, aus denen sie aber für sich selbst keinen Nutzen zogen. Wird ihnen nun als Geistern für das durch ihre Werke gestiftete Gute Rechnung getragen?
- Ist der, welcher gut handelt, zu tadeln, wenn er sich dessen bewusst ist und er es sich selbst eingesteht?
Von den Leidenschaften
- Ist das Prinzip der Leidenschaften, da es in der Natur liegt, an und für sich böse?
- Wie kann man die Grenze bezeichnen, wo die Leidenschaften aufhören, gut oder böse zu sein?
- Sollte der Mensch seine bösen Neigungen immer durch eigene Kraft bemeistern können?
- Kann der Mensch in den Geistern eine wirksame Hilfe finden zur Bemeisterung seiner Leidenschaften?
- Gibt es nicht so starke und so unwiderstehliche Leidenschaften, dass der Wille, sie zu besiegen, ohnmächtig bleibt?
- Was ist das wirksamste Mittel, die Vorherrschaft der leiblichen Natur zu bekämpfen?
Von der Selbstsucht
- Was ist die Wurzel alles Bösen?
- Da die Selbstsucht auf dem persönlichen Interesse gegründet ist, so scheint es sehr schwer, sie ganz aus des Menschen Herzen zu reißen. Wird man je dazu gelangen?
- Da die Selbstsucht von dem Menschengeschlecht unzertrennlich ist, wird sie dann nicht stets ein Hindernis bleiben für die Herrschaft des unbedingt Guten auf der Erde?
- Die Selbstsucht, weit entfernt abzunehmen, nimmt mit der Zivilisation zu, wird durch sie geweckt und unterhalten. Wie soll nun die Wirkung durch die Ursache vernichtet werden?
- Welches ist das Mittel, die Selbstsucht auszurotten?
Die Kennzeichen des rechtschaffenen Menschen
- An welchen Zeichen kann man bei einem Menschen jenen wirklichen Fortschritt erkennen, der ihn in der Rangordnung der Geister erhöhen muss?
Die Selbsterkenntnis
- Was ist das wirksamste praktische Mittel, um sich in diesem Leben zu vervollkommnen und den Lockungen des Bösen zu widerstehen?
- Wir erkennen die ganze Weisheit dieses Grundsatzes, aber die Schwierigkeit liegt gerade darin, sich selbst zu erkennen. Wie gelangt man hierzu?
BUCH 4: Die Hoffnungen und Tröstungen
Die irdischen Leiden und Freuden
- Kann der Mensch auf Erden ein reines Glück genießen?
- Man begreift, dass der Mensch einst auf Erden glücklich sein wird, wenn sich das Menschengeschlecht umgewandelt hat. Kann sich bis dahin jedoch jeder ein zumindest verhältnismäßiges Glück sichern?
- Das irdische Glück steht im Verhältnis zur Lage eines Jeden. Was zum Glück des Einen ausreicht, bildet das Unglück des Anderen. Gibt es nun trotzdem einen Maßstab des Glücks, der für alle Menschen gültig wäre?
- Wird nicht das, was für den Einen überflüssig wäre, für den Anderen zum Notwendigen, und umgekehrt, je nach seiner Stellung?
- Es gibt Übel, die nicht von unserer Handlungsweise abhängen und die auch den Gerechtesten treffen. Besitzt dieser kein Mittel, sich davor zu schützen?
- Warum begünstigt Gott gewisse Menschen, die es nicht zu verdienen scheinen, mit Glücksgütern?
- Wird die Zivilisation, indem sie neue Bedürfnisse schafft, nicht zur Quelle neuer Trübsale?
- Das Überflüssige ist gewiss nicht unerlässlich zum Glück, aber wie verhält es sich mit dem Notwendigen? Ist das Unglück derer, die dieses Notwendigen beraubt sind, kein wirkliches?
- Durch die Verschiedenheit der natürlichen Begabung weist uns Gott augenscheinlich unseren Beruf in dieser Welt an. Stammen nun nicht viele Übel daher, dass wir diesem Beruf nicht folgen?
- Würdet ihr es also passend finden, wenn der Sohn eines hochgestellten Mannes zum Beispiel Holzschuhe verfertigte, wenn er Anlagen zu diesem Handwerk zeigte?
- Es gibt Leute, welche aller Hilfsmittel entblößt sind, selbst wenn rings um sie herum Überfluss herrscht, und die nur noch den Tod vor sich sehen. Welchen Entschluss sollen sie fassen? Sollen sie sich selbst verhungern lassen?
- Offenbar fände man ohne die gesellschaftlichen Vorurteile immer irgendeine Arbeit, die uns zu leben gäbe, müsste man sich auch zu einer niederen Stellung bequemen. Gibt es aber unter den Leuten, die keine Vorurteile haben, nicht doch solche, die sich wegen Krankheit oder anderer unverschuldeter Ursachen in der Unmöglichkeit befinden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen?
- Warum sind die leidenden Klassen der Gesellschaft zahlreicher als die glücklichen?
- Warum haben die Bösen so oft einen viel größeren Einfluss in der Welt als die Guten?
- Wenn der Mensch oft der Schmied seines eigenen materiellen Unglücks ist, ist er es auch bei seinen moralischen Leiden?
Der Verlust geliebter Personen
- Verursacht uns der Verlust geliebter Personen nicht einen umso berechtigteren Schmerz, als dieser unersetzlich und von unserem Willen unabhängig ist?
- Was soll man von der Ansicht derjenigen halten, welche die Mitteilungen von jenseits des Grabes als eine Entweihung betrachten?
- Wie berührt der untröstliche Schmerz der Überlebenden die betreffenden Geister?
Die Enttäuschungen und der Undank
- Sind die Enttäuschungen durch die Undankbarkeit und die Gebrechlichkeit der Freundschaftsbande für den seelenvollen Menschen nicht eine Quelle des Herzeleids?
- Sind die durch Undank bewirkten Enttäuschungen nicht dazu angetan, das Herz zu verhärten und fühllos zu machen?
- Hindert dieser Gedanke nicht, dass er sich in seinem tiefsten Herzen gekränkt fühlt, und muss dies nicht endlich in ihm den Gedanken erwecken, er wäre glücklicher, wenn er weniger gefühlvoll wäre?
Die antipathischen Verbindungen
- Da die gleichgestimmten Geister sich angetrieben fühlen, sich zu vereinigen, wie kommt es da, dass unter den verkörperten Geistern die Neigung oft nur von einer Seite besteht und auch die reinste Liebe mit Gleichgültigkeit oder gar Abneigung erwidert wird?
- Wie kann sich ferner die lebhafteste Neigung zweier Wesen in Abneigung und zuweilen in Hass verwandeln?
- Ist der Mangel an Sympathie zwischen Wesen, die miteinander zu leben bestimmt sind, nicht ebenso eine Quelle umso bittererer Schmerzen, als diese ein ganzes Dasein vergiften?
- Gibt es aber in diesem Fall nicht fast immer ein unschuldiges Opfer?
Die Todesfurcht
- Die Todesfurcht ist für viele Leute eine Ursache der Bestürzung. Woher kommt diese Furcht, da sie doch die Zukunft vor sich haben?
- Werden gewisse Leute diese Ratschläge zum Glücklichsein auf Erden nicht etwas abgedroschen finden? Werden sie darin nicht sogenannte Gemeinplätze und breidgetretene Wahrheiten erblicken? Werden sie nicht sagen, dass das ganze Geheimnis, glücklich zu sein, schließlich darin besteht, sein Unglück ertragen zu können?
Der Lebensüberdruss. Der Selbstmord
- Woher kommt der Lebensüberdruss, der sich gewisser Individuen ohne annehmbare Gründe bemächtigt?
- Hat der Mensch das Recht, über sein eigenes Leben zu verfügen?
- Ist der Selbstmord nicht immer freiwillig?
- Was ist vom Selbstmord zu halten, welcher Lebensüberdruss zur Ursache hat?
- Was soll man vom Selbstmord denken, der zum Zweck hat, dem Elend und den Enttäuschungen dieser Welt zu entfliehen?
- Werden diejenigen, die den Unglücklichen zu dieser Unglückstat veranlassten, die Folgen davon zu tragen haben?
- Kann der Mensch, der mit der Not ringt und aus Verzweiflung den Tod herbeiruft, als ein Selbstmörder betrachtet werden?
- Ist der Selbstmord, der zum Zweck hat, der Schande einer bösen Tat zu entfliehen, ebenso tadelnswert wie der, welcher von der Verzweiflung eingegeben wird?
- Ist der Selbstmord zu entschuldigen, wenn er zu hindern bezweckt, dass die Schande auf die Kinder oder die Familie zurückfalle?
- Was ist von dem zu halten, der sich in der Absicht das Leben nimmt, um so schneller in ein Besseres zu gelangen?
- Ist das Opfer seines Lebens nicht zuweilen verdienstlich, wenn es den Zweck hat, das eines Anderen zu retten oder überhaupt Seinesgleichen nützlich zu sein?
- Begeht Derjenige einen Selbstmord, der als Opfer von Leidenschaften zugrunde geht, von denen er weiß, dass sie sein Lebensende beschleunigen, denen er aber nicht mehr die Kraft hat zu widerstehen, weil die Gewohnheit sie ihm zu wahren leiblichen Bedürfnissen gemacht hat?
- Ist er weniger oder mehr strafbar als der, welcher sich aus Verzweiflung umbringt?
- Wenn Jemand einen unvermeidlichen und schrecklichen Tod vor sich sieht, ist er dann strafbar, wenn er seine Leiden durch einen freiwilligen Tod um einige Augenblicke abkürzt?
- Man begreift, dass unter gewöhnlichen Umständen der Selbstmord zu tadeln ist. Aber gesetzt nun den Fall, der Tod sei unvermeidlich und das Leben werde nur um wenige Augenblicke abgekürzt?
- Was sind dann in diesem Falle die Folgen dieser Handlung?
- Ist eine Unvorsichtigkeit tadelnswert, welche das Leben ohne Not in Gefahr bringt?
- Sind die Frauen, die sich in gewissen Ländern mit der Leiche ihrer Männer verbrennen lassen, als Selbstmörderinnen zu betrachten und erleiden sie dafür die Folgen?
- Erreichen die, welche den Verlust teurer Personen nicht ertragen können und sich deswegen selbst töten in der Hoffnung, sich wieder mit ihnen zu vereinigen, damit ihren Zweck?
Die Folgen des Selbstmordes
- Welches sind im Allgemeinen die Folgen des Selbstmordes für den Zustand des Geistes?
Die zukünftigen Leiden und Freuden
(Hinweis: Im Quelltext fehlt die Kapitelnummer)
- Warum hat der Mensch instinktiv einen Schauder vor dem Nichts?
- Woher kommt dem Menschen das instinktartige Gefühl vom zukünftigen Leben?
Das dunkle Bewusstsein von den zukünftigen Leiden und Freuden
- Woher kommt der bei allen Völkern sich zeigende Glaube an künftige Strafen und Belohnungen?
- Was ist im Augenblick des Todes das bei der Mehrzahl der Menschen herrschende Gefühl: Zweifel, Furcht oder Hoffnung?
- Wie kann es Zweifler geben, da doch die Seele dem Menschen das Gefühl von den geistigen Dingen verleiht?
Die Dazwischenkunft Gottes bei den Strafen und Belohnungen
- Beschäftigt sich Gott persönlich mit jedem Menschen? Ist er nicht zu groß und sind wir nicht zu klein, als dass jedes Individuum im Besonderen vor seinen Augen irgendeine Wichtigkeit haben könnte?
- Hat Gott es nötig, sich mit jeder unserer Handlungen zu beschäftigen, um uns zu belohnen oder zu strafen, und sind nicht die meisten dieser Handlungen unbedeutend für ihn?
Das Wesen der zukünftigen Strafen und Freuden
- Haben die Strafen und Freuden der Seele nach dem Tod auch etwas Stoffliches an sich?
- Warum macht sich der Mensch von den zukünftigen Strafen und Freuden eine oft so rohe und abgeschmackte Vorstellung?
- Worin besteht die Glückseligkeit der guten Geister?
- Ihr setzt die Abwesenheit der stofflichen Bedürfnisse unter die Zahl der Bedingungen der Seligkeit für die Geister. Ist nun aber nicht die Befriedigung dieser Bedürfnisse für den Menschen eine Quelle von Freuden?
- Was soll man darunter verstehen, wenn man sagt, die reinen Geister seien vereinigt in Gottes Schoß und sängen ihm Lobgesänge?
- Worin bestehen die Leiden der niederen Geister?
- Ist der Einfluss der Geister aufeinander immer ein guter?
- Also befreit uns der Tod nicht von der Versuchung?
- Wie fangen es die bösen Geister an, die anderen Geister zu versuchen, da ihnen deren Leidenschaften nicht beistehen können?
- Aber wozu diese Leidenschaften, wenn sie ja keinen wirklichen Gegenstand mehr haben?
- Welches sind die größten Qualen, welche die bösen Geister leiden können?
- Woher stammt die Lehre von dem ewigen Feuer?
- Kann aber die Furcht davor nicht gute Folgen haben?
- Erkennen die niedrigen Geister das Glück des Gerechten?
- Ist der Anblick der leidenden Geister nicht eine Ursache des Schmerzes für die guten, und was wird dann aus ihrem Glück, wenn dieses Glück getrübt wird?
- Das begreift sich bei fremden oder unbeteiligten Geistern. Trübt aber nicht der Anblick des Kummers und der Leiden ihrer Lieben auf der Erde ihr Glück?
- Da die Geister sich ihre Gedanken gegenseitig nicht verbergen können und da all ihr Tun im Leben bekannt ist: Würde daraus folgen, dass der Schuldige in beständiger Gegenwart seines Opfers ist?
- Ist dieses Bekanntsein all unseres tadelnswerten Tuns und Lassens und die beständige Gegenwart derjenigen, welche die Opfer davon geworden sind, eine Züchtigung für den Schuldigen?
- Trübt die Erinnerung an die von der Seele damals, als sie noch unvollkommen war, begangenen Fehler nicht ihr Glück, selbst nachdem sie sich gereinigt hat?
- Sind nicht die Prüfungen, die noch durchzumachen sind, um die Reinigung zu vollenden, ein Gegenstand schmerzlicher Besorgnis für die Seele, der ihr Glück trüben muss?
- Bildet das die Geister desselben Ranges einigende sympathische Band für sie eine Quelle der Seligkeit?
- Gibt es für den zukünftigen Zustand des Geistes einen Unterschied zwischen dem, der bei Lebzeiten den Tod fürchtete, und dem, der ihn mit Gleichgültigkeit oder selbst mit Freude kommen sieht?
- Ist es nötig, den Spiritismus offen zu bekennen und an die Manifestationen zu glauben, um uns unser Los im zukünftigen Leben zu sichern?
Die zeitlichen Strafen
- Empfindet der Geist, der in einer neuen Existenz seine Fehler büßt und sühnt, keine stofflichen, leiblichen Leiden, und ist es in diesem Falle richtig, wenn man sagt, dass die Seele nach dem Tode nur moralische Schmerzen zu leiden habe?
- Sind die Wechselfälle des Lebens immer Strafen für hier begangene Fehler?
- Ist die Reinkarnation der Seele in einer weniger groben Welt eine Belohnung?
- Kann der Geist, der in seinem irdischen Dasein fortgeschritten ist, zuweilen auf der nämlichen Welt reinkarniert werden?
- Was wird aus dem Menschen, der, ohne etwas Böses zu tun, doch nichts tut, um den Einfluss des Stoffes abzuschütteln?
- Es gibt Leute, deren Leben in vollkommenster Stille verläuft und die, da sie nichts selbst zu tun brauchen, keine Kümmernisse kennen. Ist ein solch glückliches Dasein ein Beweis, dass sie von einem früheren Dasein her nichts zu sühnen haben?
- Es gibt Leute, die, ohne geradezu schlecht zu sein, doch durch ihren Charakter alle, welche mit ihnen verkehren müssen, unglücklich machen. Welche Folgen hat das für sie?
Die Sühne und die Reue
- Findet die Reue im leiblichen oder im geistigen Zustande statt?
- Was ist die Folge der Reue im geistigen Zustand?
- Was ist die Folge der Reue im leiblichen Zustand?
- Gibt es nicht Menschen, die nur für das Böse gleichsam einen Instinkt haben und der Reue geradezu unzugänglich sind?
- Erkennt der lasterhafte Mensch, der seine Sünden bei Lebzeiten nicht erkannte, dieselben nach seinem Tode?
- Gibt es Geister, die, ohne böse zu sein, doch gleichgültig gegen ihr Schicksal sind?
- Wünschen sie denn nicht, ihre Leiden abzukürzen?
- Da die Geister das Übel, das ihnen aus ihren Unvollkommenheiten erwächst, sehen: Wie kommt es dann, dass es solche gibt, die ihre Lage verschlimmern und den Stand ihrer Niedrigkeit verlängern, indem sie nun auch als Geister Böses tun und die Menschen vom guten Wege abziehen?
- Man sieht Geister von anerkannter Niedrigkeit, guten Gefühlen zugänglich und gerührt von den Gebeten für sie. Wie kommt es nun, dass andere Geister, die man für höher entwickelt halten sollte, eine Verhärtung und einen Zynismus zeigen, deren nichts Herr zu werden vermag?
- Vollzieht sich die Sühne im leiblichen oder im geistigen Zustand?
Die zukünftigen Leiden und Freuden
(Hinweis: Im Quelltext als Unterkapitel-Titel wiederholt)
- Reicht die aufrichtige Reue während des Lebens zur Tilgung der Sünden und zur Erlangung der Gnade Gottes aus?
- Was für Folgen hätte es für einen Verbrecher, wenn er nach seiner Tat sagte, dass er keiner Reue bedürfe, da er unter allen Umständen seine Vergangenheit sühnen müsse?
- Können wir schon in diesem Leben für unsere Sünden Verzeihung erlangen?
- Was soll es einem Menschen zur Rechtfertigung nützen, nach seinem Tode das unrecht erworbene Gut zu ersetzen, nachdem es für ihn seinen Wert verloren hat und er es genossen hatte?
- Ist es gar kein Verdienst, wenn jemand eine nützliche Verwendung seines Besitztums nach seinem Tode stiftet?
- Was soll derjenige tun, der in der Sterbestunde seine Sünden bekennt, aber keine Zeit mehr hat, sie wiedergutzumachen? Genügt es in diesem Falle, Reue zu empfinden?
Die Dauer der zukünftigen Strafen
- Ist die Dauer der Leiden der Schuldigen im zukünftigen Leben eine willkürliche oder an ein Gesetz gebunden?
- Worauf gründet sich die Länge der Leiden des Schuldigen?
- Erscheint dem leidenden Geist die Zeit ebenso lang oder kürzer als zu seinen Lebzeiten?
- Können die Leiden des Geistes ewig dauern?
- Gibt es Geister, die nie bereuen?
- Hängt die Dauer der Leiden stets vom Willen des Geistes ab, oder gibt es auch solche, die ihm für eine bestimmte Zeit auferlegt werden?
- Würden die Leiden danach nie für die Ewigkeit verhängt?
- Wer ist in Wahrheit der Strafbare?
Die Auferstehung des Fleisches
- Ist der Glaubenssatz von der Auferstehung des Fleisches die religiöse Bestätigung der von den Geistern gelehrten Reinkarnation?
- Lehrt die Kirche selbst mit dem Glaubenssatz von der Auferstehung des Fleisches die Reinkarnation?
Das Paradies, die Hölle und das Fegefeuer
- Ist für die Leiden und Freuden der Geister nach Maßgabe ihrer Verdienste ein bestimmt umgrenzter Ort im Weltall angewiesen?
- Demnach würden also Hölle und Paradies nicht so existieren, wie der Mensch sie sich vorstellt?
- Was soll man unter dem Fegefeuer verstehen?
- Wie kommt es, dass Geister, welche durch ihre Sprache ihre hohe Stufe beweisen, ganz ernsthaften Personen über Hölle und Fegefeuer Antworten gaben, die sich den gewöhnlichen Vorstellungen von diesen Orten anschlossen?
- Dass es sich mit Geistern, die uns belehren wollen, so verhält, lässt sich begreifen; aber wie kommt es, dass über ihre eigene Lage befragte Geister antworteten, sie litten die Qualen der Hölle oder des Fegefeuers?
- Was hat man sich unter einer leidenden Seele zu denken?
- In welchem Sinne ist das Wort „Himmel“ zu verstehen?
- Geister sagten, sie bewohnen den vierten, fünften Himmel und so weiter: Was meinten sie damit?
- In welchem Sinn sind Christi Worte zu verstehen: Mein Reich ist nicht von dieser Welt?
- Wird auf der Erde jemals die Herrschaft des Guten stattfinden?
Produktbezeichnung: “Das Buch der Geister – Band 2” Herstellerinformationen: Hersteller: AEQUINOX, G.Dogan Kuckuckweg 35 86169 Augsburg E-Mail: info@professionelles-qigong.de Materialien: Sicherheitswarnhinweise: Hinweis: Vermeiden Sie den Kontakt mit Wasser, um Beschädigungen des Papiers zu verhindern. Sicherheitshinweis: Halten Sie das Buch von offenen Flammen und extremen Temperaturen fern. Gebrauchsanweisung: Dieses Buch ist für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Verwenden Sie es bitte entsprechend dem vorgesehenen Zweck. Bei Fragen zur Verwendung oder bei Unklarheiten kontaktieren Sie uns bitte unter der angegebenen E-Mail-Adresse. Kontaktinformation: Für Fragen oder Anregungen zu diesem Produkt wenden Sie sich bitte an: E-Mail: info@professionelles-qigong.de Bitte beziehen Sie sich auf die Titelangabe. Wichtige Hinweise:
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